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Essen / Kochen / Rezepte

 

Hagebutten Konfitüre

Ob es wirklich etwas mit Basteln zu tun hat, sei dahingestellt – für mich hat es dennoch einen Platz auf meiner Homepage.

Was ist Marmelade, was ist Konfitüre oder Gelée?

Gelées

Am einfachsten ist die Lage bei den Gelées: diese werden nicht aus den ganzen Früchten, sondern aus Fruchtsaft hergestellt, und enthalten deshalb keine Fruchtstücke.
Konfitüre oder Marmelade

Konfitüre kommt vom lateinischen Wort „conficerem“ (= Konfekt)

Das Wort Marmelade stammt vom portugiesischen Wort „marmelo“ (= Quitte) ab. Mit Quitten hat die Marmelade aber nichts mehr zu tun.

In der Schweiz bezeichnet man ein Produkt immer dann als Konfitüre (oder Konfi, Gomfi, Gumfi etc.), wenn es im Gegensatz zum Gelée aus ganzen Früchten hergestellt wird. Je nach schonender Verarbeitung der Früchte und nach Kochzeit sind also mehr oder weniger gut erkennbare Fruchtstücke und allenfalls Beerenkerne enthalten. Typisch ist zum Beispiel die griessige Textur von Himbeer-Konfitüre. © hausgemacht.ch

In Deutschland war der Unterschiede auch klar, Marmelade weist keine sichtbaren Fruchtstücke auf, in der Konfitüre sind Fruchtstücke erkennbar.

Österreich Hier wurde traditionellerweise alles als Marmelade bezeichnet, was in der Schweiz Konfitüre heisst. Das Wort Konfitüre kam früher im täglichen Leben nicht vor. © hausgemacht.ch

In Europa wurde es dann etwas komplizierter. Laut der Konfitürenverordnung (KonfV) von 1982 dürfen nur noch Aufstriche aus Wasser, Zucker und Zitrusfrüchten (z. B. Orangen, Zitronen oder Limetten) mindestens 20 % Gesamtfrucht als Marmelade verkauft werden.

Die Bezeichnung können wir auf die Briten zurückführen. Denn in Großbritannien wird die dort beliebte Orangenmarmelade schon immer „marmalade“ genannt.

Die heutigen offiziellen EU Regeln heissen.
Nach Protesten und dem Widerstand der Bevölkerung wurden in Deutschland und Österreich offenbar einige Ausnahmeregelungen zugelassen, die es ermöglichen, traditionelle lokale Produktbezeichnungen weiterhin zu verwenden. © hausgemacht.ch

In Europa gibt es zwischen „Konfitüre“ und „Konfitüre extra“ einen Unterschiede. Extra muss einen etwas höheren Mindestfruchtanteil enthalten und darf nur aus bestimmten Obstsorten hergestellt werden. © hausgemacht.ch

Aus dem EU-Recht übernommen wurde jedoch die Vorgabe, dass Konfitüren einen Gesamtzuckergehalt von mindestens 50 % enthalten müssen (ausgenommen kalorienreduzierte Varianten). Dieser Zuckergehalt sorgt für die nötige Haltbarkeit – schließlich ist genau das der eigentliche Zweck beim Einkochen von Konfitüre. © hausgemacht.ch

Hagebutten

Ich wollte das Experiment machen und habe aus Hagebutten eine Konfitüre gemacht. Und es war, wie von vielen Seiten genau erklärt, eine etwas zeitintensive Sache.

Aber bevor es zur Zubereitung geht, hier noch die wichtigsten Infos über die Hagebutten.
Was bietet die Hagebutten

Als Hagebutten bezeichnet man die ungiftigen Sammelnussfrüchte verschiedener Rosenarten, besonders der Hundsrose (Rosa canina). Als Hagebutten werden landläufig auch die Wildrosen oder Heckenrosen selbst bezeichnet, an denen die Früchte wachsen.


Hagebutten
Hagebutte von der Hundsrose - Bild: © wikipedia.org

Heilpflanze

Hagebutten entwickeln sich von Mitte Sommer bis Herbst und schmecken süß-säuerlich – je reifer, desto süßer. Sie sind unter anderem reich an den Vitaminen C, A und K sowie Calcium, Magnesium, Kupfer und Mangan – echte Vitamin- und Mineralstoffbomben also, die es zu ernten lohnt.

Darüber hinaus wirkt die Hagenbutte natürlich entgiftend, unterstützt Nieren und Blase, stärkt das Immunsystem und kann dank ihrer Flavonoide vor Bakterien und Viren schützen. Entzündungshemmend und stimmungsaufhellend, kann sie bei Gelenk- und Muskelschmerzen sowie Stress unterstützend wirken.

Die Hagebutten sind in Pulverform oder als Tee erhältlich.
Wissenswertes

Vielleicht kennt ihr die Hagebutten auch aus der Kindheit. Frische Hagebutten haben um die Kernen in der Frucht ganz viele kleine Härchen und diese können jucken. Das ist auch der Grund, weshalb die Kerne immer entfernt werden oder ein Hagebutten Muus ein paar mal durch ein Sieb gestrichen werden muss.  
Pulverform


In der Drogerie ist das Pulver in verschiedenen grossen Packungen erhältlich. Das Pulver ist ideal fürs Müsli oder die Saucen, Crèmes oder Smooties zum Verfeinern oder Aufzupeppen. Es gibt ein etwas säuerlich Geschmack.
Herstellung

Die Hagebutten werden gewaschen und aufgeschnitten, damit die Kerne entfernt werden können. Jetzt können sie an der Luft, im Dörrgerät oder im Backofen bei ca. 40-50° getrocknet werden. Die getrockneten Hagebutten werden in einer Küchenmaschine oder Kaffeemühle zu feinem Pulver verarbeitet. Das Pulver wird anschliessend in einem luftdichten Behälter dunkel und trocken gelagert.

Hagebuttenpulver
Hagebutten Pulver im Handel
Bild: © zentrum-der-gesundheit.de (ZDF/nigelcran)

 
Hagebutten Tee

Er soll unter anderem Halsweh und Husten lindern, die Verdauung regulieren und den Appetit anregen.
Herstellung

Für einen natürlich süßlich schmeckenden Früchtetee wartet man am besten den ersten Frost ab, ansonsten schmecken die Hagebutten herber und die Ernte kann ab Ende September beginnen.

Für den Tee können sie frische Früchte oder getrocknete Früchte verwenden. Einfach die Früchte vorgängig waschen, aufschneiden und die Kerne entfernen. Jetzt für den Tee einfach kochendes Wasser über die Früchte giessen und ziehen lassen. Für einen halben Liter Tee genügen sechs halbierte Hagebutten. Für den Vorrat trocknet man einfach die Früchte.  
Hagebutten Konfitüre

Das Hagebutten Muus ist die Vorstufe der Konfitüre und ist auch fein in Natur-Joghurt oder Müsli.
Herstellung
Man reinigt die Hagebutten und schneidet die Fliege und den Stiel ab. Mit einer Schere geht es sehr schnell.
Jetzt gibt es verschiedene Varianten der Herstellung. Man kann aufwändig die Hagebutten aufschneiden und die Kerne entfernen oder man kocht die ganzen Hagebutten.

Hagebutten Konfitüre
Hagebutten Vorbereitung / © negnuja.ch


Der Vorteil der Kerne entfernen ist sicher, man hat nicht soviel Masse, welche man durch ein Passe-vite oder Sieb drücken muss. Aber einfach ein Passe-vite verwendet, daß stimmt hier nur bedingt, da man ein feines Sieb braucht, was bei einem 'normalen' Passe-vite (oder Flotte Lotte) nicht dabei ist. Die feinen Härchen bleiben nur in einem feinen Sieb hängen.

Jetzt gibt man die Hagebutten und evt. noch zusätzlich Früchte, hier einige Zierquitten für eine bessere Gelierung in eine Pfanne und füllt die Pfanne mit Apfelsaft auf, bis die Früchte damit zugedeckt sind. Die Masse wird gut aufgekocht bis alles weich ist, so dass man mit einem Pürierstab die Masse noch ganz verkleinern kann.

Hagebutten Konfitüre
Hagebutten aufkochen / © negnuja.ch


Jetzt kommt die anstrengende Teil. Denn jetzt muss die Masse durch ein grobes Sieb gedruckt werden und dann für die Verfeinerung durch ein feines Sieb. Auch wenn die Masse nach dem Durchgang durch das grobe Sieb als Muus gut aussieht, sind die Härchen immer noch in der Masse. Das kann man ganz einfach testen, einfach ausprobieren, dann merkt man, dass das Muus nicht ganz fein ist.

Hagebutten Konfitüre
Hagebutten Muus durch das Sieb drücken / © negnuja.ch


Das durchgesiebte Masse ist natürlich um einiges geschrumpft und man stellt sich vielleicht schon die Frage, lohnt sich der Aufwand.

Die Rest Masse kann jetzt als Hagebuttenmuus verwendet werden oder in einer Pfanne als Konfitüre weiterverarbeitet werden. Dafür wird jetzt noch etwas Zitrone, Zucker, Geliermittel dazugegeben und noch einmal aufgekocht.

Da jeder seine eigene Zusammensetzung von Zucker, Geliermittel verwendet, sollte am Schluss einfach die Gelierprobe gemacht werden. Etwas heisse Konfitüre auf einen Teller geben und auskühlen lassen. Fliesst die Masse nicht davon ist die Konfitüre fertig. Jetzt noch in heiss gekochte/gespülte Gläser abfüllen und schon ist die Konfitüre doch noch fertig geworden - En Guete

Hagebutten Konfitüre
Hagebutten / © negnuja.ch


Zusätzliche Varianten

Gelier-, Safttuch-, Passiertuch oder ein Leckagesack
Unsere Grosseltern haben früher Gelee oder Saft nach eine Variante mit einem Safttuch erstellt. Hier wird die Masse über Nacht durch einen feinen Leinenstoff laufen gelassen. Es funktioniert natürlich, nur die Schlussmenge ist um einiges kleiner, als wenn ich es durch ein Sieb drücke.

Dampf Entsafter
Im Internet kann man lesen, dass man Hagebutten nicht mit einem Dampf Entsafter bearbeiten kann. Aber niemand hat es wirklich ausprobiert, so dass ich diese Variante auch noch getestet habe. Und es geht leider nicht. Die Hagebutten werden zwar schön weich, aber es entsteht kein Muus, sondern nur ein transparenter Sirup, wäre wohl zu schön gewesen ;)